„Heute wartet eine kleine Überraschung auf Dich!“
Mit diesen Worten wurde ein wunderschöner Spaziergang am Abend des 23. November 2009 eingeleitet. Als gegen 18:10 Uhr die Sonne schon langsam unterging, erreichten wir Kangaroo Point. Einer von Brisbane‘s vielen Stadteilen, der zu dem noch direkt gegenüber des Stadtzentrums liegt. Getrennt werden beide Stadtteile nur durch den Brisbane River, an dem auch unser Spaziergang entlang führt. Kangaroo Point liegt auf einer Anhöhe. Hier kommen wir auch mit unserem Auto an. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht und einem lauten „Ooooh, ist das schön!!!“ öffne ich die Autotür und schaue in den rot orangefarbenen Himmel mit großen, von dem warmen Licht angestrahlten Schäfchenwolken. Es ist eine wirklich schöne Überraschung. Stefan weiß wie sehr ich Sonnenuntergänge liebe!
Der Himmel sieht aus wie gemalt und so verbringen wir 10 Minuten Arm in Arm unter einer kleinen rund gemauerten Überdachung. Es ist als ob wir der Sonne zuschauen würden wie sie über „unserer Stadt“ schlafen geht. Sie verabschiedet sich mit prächtigen Farben, die jeden einzelnen Teil der Panoramasicht einzigartig aussehen lassen. Es ist außergewöhnlich schön! Aber keineswegs still. Die verschwindende unglaublich heiße Sonne und damit Einbrechende Nacht nutzen viele Sportler um sich auszutoben. Bald merken wir, dass neben der kleinen Überdachung mit Ausblick auf das Stadtzentrum noch eine schmale Treppe ist, die entlang einer Steinwand hinunter zum Fluss führt. Es muss eine steile Treppe sein, denn uns kommt eine Gruppe Jogger entgegen, die diese Stufen gerade erklommen haben. Schnaufend und Mit puterroten Gesichtern zucken müde die Mundwinkel nach oben als sie angekommen waren. Wir grinsen und nehmen den Weg in die entgegengesetzte Richtung - hinunter zum Fluss.
Unten angekommen wartet ein schlängelförmiger Weg auf uns, der einer Autobahn für Jogger gleicht. Von einem ruhigen Spaziergang kann hier wirklich nicht die Rede sein. Viele Leute nutzen die Möglichkeit am Fluss entlang zu joggen, trainieren ihre Muskeln in Boxgruppen oder klettern die Felswand vom Kangaroo Point hoch. Ein buntes Treiben, welches man in Deutschland nie erwarten könnte. Unglaublich! Wir beobachten einige Kletterer während wir weiter Richtung Story Bridge laufen. Es sieht interessant aus und macht sicher riesigen Spaß. Nach kurzem Nicken beschlossen wir „Das müssen wir auch noch ausprobieren!“ und gingen weiter entlang des geschlängelten Weges. Der Fluss wird hier von regelmäßig auftauchenden Sitzbänken, BBQs und Wiesen gesäumt. Hier und da halten wir an und genießen die Aussicht.
Das Abendlicht schimmert golden über den Fluss und wird nur ab und zu durch vorbei rauschende eine CityCat (die Stadtfähre) aufgewirbelt. Der Blick auf den Botanischen Garten gegenüber von unserer Bank lässt an frühere Zeiten erinnern. Wie ein urischer Dschungel ragen die Mangroven-Bäume aus dem Wasser. Die vereinzelten geparkten Segelboote lassen dass Szenario aussehen, als würde eine Piratenflotte in den Hafen einschippern wollen. Vom Vögelgezwitscher und niedlichen Gecko-Geräuschen begleitet setzen wir unseren Spaziergang fort. Nach einigen 100 m kommen wir zu einer ausladenden Wiese mit Grillplätzen direkt neben der Story Bridge. Gewaltig ragt sie hervor und verbindet den Kangaroo Point mit Fortitude Valley. Von der Wiese aus hat man einen wunderschönen Blick auf die gigantischen Hochäuser der Innenstadt. Es sieht so aus als wären sie wie riesige Pilze aus dem Boden geschossen. Bunt angestrahlt und von innen beleuchtet gleichen sie übergroßen Bienenstöcken, in denen noch viele tausend Bienchen fleißig arbeiten. Es sieht fantastisch aus.
Auf unserem Weg zurück merken wir dass wir doch etliche Kilometer zurück gelegt haben und steigen schon etwas vorher wieder auf die Anhöhe auf. Wieder gilt es eine Steigung von über 50 m zu überwinden und auf den letzten Stufen müssen wir uns doch schmunzelnd an die Jogger vom Beginn erinnern. Etwas außer Puste und mit angespannten Po-Muskeln erreichen wir wieder Kangaroo Point. Von hier oben aus hat man eine unglaublich schöne Sicht auf die Stadt. Das Zusammenspiel von beleuchteten Brücken, angestrahlten Hochhäusern, ursprünglicher Natur und dem sich schlängelnden Fluss ergeben ein perfekt ausgeglichenes Bild und lassen Brisbane zu einer einzigartigen Stadt werden. Wie Ying und Yang erlebt man hier Ursprüngliches mit Zivilisation. die Mischung aus kleinen und großen Häuser, verschiedenen Architekturen und immer wieder auftauchenden Parks geben unserem menschlichen Auge von hier oben aus immer wieder neue Blickpunkte. Auf unserem Rückweg durch die angenehme 25°c warme Nacht stellen wir wieder einmal fest, dass es einfach nur schön ist und Spaß macht in Brisbane zu leben!
Mit diesen Worten möchten wir uns verabschieden und schicken sonnige Grüße nach Deutschland
Stefan & Christin
























































